Straubinger - Volksfest 2015

26 Gaudi | STRAUBINGER Wo sich Gebiss, CD-Koffer und Schmuckstücke treffen Es heißt, Ordnung ist das halbe Leben. Für Gabriele Weber ist es sicher der halbe Ar- beitsalltag. Sie leitet das Fundbüro in Strau- bing. Vor allem zur Volksfestzeit hat sie viel zu tun. Was die Besucher in Euphorie, Leiden- schaft und Rausch verlieren, landet bei ihr. Vieles bleibt noch liegen, wenn das Volksfest schon lange vorbei ist. Oder wie sie es nennt: „Das Fundamt ist mein kleines Waisenkind.“ Die abgegebenen Fundsachen werden von Jahr zu Jahr weniger. „Die Ehrlichkeit der Leute lässt nach“, schätzt Gabriele Weber. Trotzdem trudelt noch mehr als genug in ihrem Büro im sozialen Bürgerservice ein. Neben Privatpersonen bringt die Festwache täglich verwaiste Gegenstände vorbei. Bierzelte lie- fern ihre Sammlung am Ende des Volksfestes ab, genauso wie die Ostbayernschau. Dort steht nämlich bei den Mädels in der Auskunft der Messehalle ebenfalls eine braune Papp- schachtel mit der Aufschrift „Fundsachen“. Das alles kommt früher oder später zu Gabriele Weber, deren Aufgabe es ist, in Unmengen an Schlüsseln, Handys, Scheckkarten, Ausweisen und Führerscheinen nicht den Überblick zu verlieren. Solche kleinen Dinge verlieren die Leute am häufigsten. Doch wie immer gibt es auch hier Ausnahmen von der Regel. Die ku- riosesten Fundstücke: ein Rucksack mit Kon- domen undWindeln, einWerkzeugkoffer voller CDs oder eine Vereinsfahne. „Da überlegt man dann schon, welche Geschichte dahintersteckt. Wie kann man so etwas verlieren?“, fragt sich Gabriele Weber. Besitz muss bewiesen werden Alles, was sie an Angaben hat, sind der Name des Finders und wann und wo der Gegenstand gefunden wurde. Nach Möglichkeit versucht die Sachbearbeiterin, den Eigentümer aus- findig zu machen. Nicht immer ist es so leicht wie bei einem Personalausweis. Außerdem muss der Besitzer beweisen, dass der Gegen- stand wirklich ihm gehört. Bei Handys soll er zum Beispiel das Ladegerät mitbringen, die PIN und das Startbild benennen, bei Kameras beschreiben, welche Bilder darauf sind. Dieser Prozess kann auch mal unangenehm sein: „Einmal lag ein Gebiss 14 Tage bei uns, bis der Mann kam, dem es gehörte. Er musste Das bleibt liegen im Fundbüro Von Julia Gabauer

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